Dienstag, 15. November 2016

Ein Post und die Folgen ...


Es sollte wohl so sein, dass ich durch das kältere Wetter 
aus der Sommerstarre erwachte, und mich vor einigen Tagen 
endlich mal wieder etwas mehr im Bloggerland umsah. 
Einer meiner Blogbesuche führte mich zu 'Meriseimorion'. 
Und als ich dort die seit Anfang Juni verpassten Posts 
anschaute, begeisterte mich dieses herbstliche Tablett 

Ganz besonders faszinierte mich der Kerzenschein 
in den strukturierten Glasgefäßen. Und plötzlich 
musste ich an das Bleikristall meiner Schwiegermutter 
denken, das wir im Sideboard, im Barschrank, überall 
im Hausarbeitsraum sowie im Schlafzimmer gefunden 
und nun im Wohnraum zur Entrümpelung zusammen-
getragen hatten. Vielleicht hätte ich die Glaswaren 
gar nicht weiter beachtet, wenn der Entrümpler 
bei der Hausbegehung nicht darauf hingewiesen hätte, 
dass die große alte Glaskaraffe im Barschrank zu den 
wenigen Dingen gehören würde, die mit den Räumungs-
kosten verrechnet werden könnte.

Bis zu diesem herbstlichen Post, den ich am 1. November 
entdeckte, hatte ich extra einen großen Bogen um all' 
das Bleikristall meiner Schwiegermutter gemacht. Schließlich 
hatte meine Großmutter schon einige Vasen, Schalen & Dosen 
in ihrem Haushalt - wohl einige davon als Erinnerungsstücke 
von ihren Geschwistern geerbt, und von meiner Patentante 
kamen bei der Haushaltsauflösung im Frühjahr 1996 auch 
einige schöne Stücke zu meiner Mutter nach Braunschweig. 
Nein, Bleikristall sollte nun wirklich nicht auch noch 
von Osnabrück nach Braunschweig reisen!

Aber es dauerte nicht lange und ich schaute mir die Gefäße 
in Osnabrück genauer an. Eigentlich sollten doch nun nur 
ein paar Vasen für die Winter-Windlichtnutzung bzw. als Vasen 
für trockene Zweige nach Hannover umziehen. Doch als ich 
davor stand, konnte ich mich nicht entscheiden. Also verpackte 
ich den 'Glaswaren-Laden' und verschob die Entscheidung bis 
zum Dekotermin in Hannover. Denn was danach für mich 
nicht verwertbar wäre, könnte bald darauf zu fairKauf 
auswandern. So dachte ich zumindest.

Heute ergab sich nun endlich die Gelegenheit in Ruhe 
all' die irgendwie zusammengerümpelten Klappboxen, 
Tüten & Kisten aus Osnabrück auszuräumen und zumindest 
schon mal nach Themen zu sortieren. Unter anderem auch 
meine neu hinzugekommene Bleikristall-Sammlung …


Foto: S.Schneider


Kommentare:

Heidrun hat gesagt…

Hallo,
Da geht es Dur wie mir. Auch ich muss mich gerade um den Haushaltsnachlass meiner fast 92 jährigem Tante kümmern und auch ich sehe manches Stück mit anderen Augen, wenn ich mir z.B. Deinen tollen Blog-Tipp ansehe. Vor 1,5 Jahren habe ich Ihre Wohnung aufgelöst und vor ein paar Wochen ihr Zimmer im Heim.

Danke für deine Inspiration und das Gefühl, dass es anderen Menschen genauso geht:-)

Herzliche Grüße Heidrun

SchneiderHein hat gesagt…

@ Heidrun
Oh, das kann ich gut nachfühlen. Wolfgang und ich haben in den letzten Wochen sehr viel über das Sammeln/Ansammeln und damit leben gesprochen …

Ikea hatte mal den schönen Werbeslogan ' Wohnst du noch oder lebst du schon?' Sie haben es ganz sicher anders gemeint. Aber bei uns ist es zur Zeit auch durch unsere diabetische Katze Allegra so, dass wir hier mit all' dem Krempel und den Einschränkungen unserer kranken Katze gerne leben, aber Wohnen im klassischen Sinn ist damit gar nicht mehr möglich: http://graue-katzen.blogspot.de/2016/11/klein-mausewetter.html Doch dafür umgeben wir uns mit vielen schönen Dingen, die unser Leben bereichern. Es sind eben nicht nur belangloses Dekostücke …

Schön, dass Dich meine Gedanken berühren ;-)

Meriseimorion Mosaike hat gesagt…

Liebe Silke,
es freut mich unheimlich, dass dir meine Blogartikeln so viele Anstösse geben.
Damit machst du mich richtig glücklich. :-)
Ich hänge auch sehr an den alten Dingen meiner Oma und meiner Urgroßmutter.
Es sind wirklich nicht nur Dekoartikel,
sondern Dinge mit Geschichte.
Sie stammen aus einer Zeit,
wo nicht schnell etwas gekauft wurde,
um es dann irgendwann einfach wieder wegzuwerfen.
Es sind sorgsam gepflegte Sachen, die liebevoll behandelt und geschätzt wurden,
genau das möchte ich auch so weiterführen.
Genau wie du auch.
Herzliche Grüße
Kerstin

SchneiderHein hat gesagt…

@ Kerstin
Deine Posts sind für mich nicht nur inspirierend sondern auch motivierend :-) Nur leider versacke ich ja oftmals im Sommerloch. Doch glücklicherweise bin ich gedanklich ja immer in allen Dekozeiten unterwegs und kann mich oft auch an Deine Ideen & Artikel erinnern.

Bei mir sind es manchmal auch die 1,-€ Artikel, an denen mein Herz hängen kann - wenn sie sehr gut zu anderen Dingen passen. Aber es stimmt schon, ich habe mich seitdem wir das Haus - also mehr Dekoraum besitzen, viel häufiger zu diversen Dekeinkäufen oder Farborgien verleiten lassen. Auch, da dank Tedi & Co Farbwelten wesentlich erschwinglicher geworden sind. Manchmal mag ich halt mehr Masse als Klasse. Aber der alte Christbaumschmuck meiner Großeltern bedeutet mir natürlich mehr als eine Deko mit antikisiertem Bauernsilber.

Zu dem Bleikristall habe ich ehrlich gesagt keine Beziehung, aber das kommt sicherlich jetzt bald beim Machen ;-)

Sara Mary Waldgarten hat gesagt…

Hier hatte ich gestern schon geguckt. Es ist schön, daß Du die Kristallsachen noch brauchen kannst und sie Dir Freude machen. Ich sehe vieles bei Fairkauf und ähnlichen Läden ewig herumstehen. Für manches scheint sich niemand mehr zu interessieren. Wer weiß, wo diese Dinge im Endeffekt dann landen? In der Glasschmelze?
Und die alten Teile sind viel schöner gearbeitet als das, was man neu kaufen kann. Da hab' ich dann doch manchmal so manches schöne Teil "gerettet". ;-) Weil es mir leid darum tat.
An Bleikristall mag ich auch nicht alles. Ich hatte meiner Mutter mal ein Glaskörbchen aus Bleikristall geschenkt - auch aus einem dieser "Brockis" - das schaut besonders schön aus und manche Vasen mag ich, wie die mit dem Schleuderstern, aber eher die älteren Teile, die moderneren finde ich nicht mehr so schön.

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Wie ich ja am Ende des Posts feststellte, wird es nun wohl noch dauern, bis sie bei fairKauf & Co oder im Müll landen …
Allerdings mag ich normalerweise gar kein Bleikristall ;-) Nur als ich die beleuchteten Glasgefäße bei Kerstin im Post sah, dachte ich daran die Vasen einfach so umzunutzen. Jetzt also als eine Art Advents-'Kranz'.

mausimom hat gesagt…

Nur kurz:
Bleikristallvasen benutze ich sehr gerne für Teelichte
und in den wunderschönen Karaffen landen hier auch oft Schnittblumen!
Das Funkeln des Bleikristalls ist so toll in der dunklen Jahreszeit!
Liebe Grüße
ute

SchneiderHein hat gesagt…

@ Ute
Genau ;-) Als ich Kerstins Post sah, war mir das plötzlich auch klar. Nur da das Familien-Bleikristall bei meiner Mutter bisher nur als Vasen, als Rumkaraffe oder die Dosen für Gebäck genutzt wurden, habe ich noch nie darüber nachgedacht …
Daher liebe ich ja auch Blogs, die bringen mich oft auf 'dumme' Ideen :-))

Sara Mary Waldgarten hat gesagt…

@Silke
Bei Kerstin finde ich den Post leider nicht - liegt vielleicht auch daran, daß man im Vorfeld nur den Teaser sieht - und durch jeden Post durchklicken, schaffe ich einfach nicht.
Willst Du es nicht behalten? Denn so hatte ich das verstanden. Ich mag Bleikristall schon, es liegt ja nicht am Blei-Kristall als Material (oder bei Dir doch?), wenn ich eine Vase oder Gefäß nicht mag sondern an der Formgebung und es gibt auch sehr schön gestaltetes Bleikristall, wie ich finde. Muß mal den Korb meiner Mutter fotografieren, der wirkt eigentlich eher wie Glas. Diese gekünstelt aussehenden Teile mag ich auch nicht. Aber den Glanz durchaus. Es kommt eben auf das Stück an. - Doch so in der Menge schaut das schon gut aus - das meintest Du wohl damals auch mit Dekowelten. Weil ich immer eher dazu neige mal ein oder zwei Teilchen hinzustellen. Liegt aber auch daran, weil wir nicht den Haushalt dafür haben. Obwohl das Haus so klein nicht ist, paßt es einfach nirgends, auf einen Haufen viel zu dekorieren. Ich glaube, das schrieb ich in der Vergangenheit schon mal. Auch wenn ich es bei Dir immer so schön finde und bewundere!

Die Tische brauchen wir zum Essen und dran arbeiten - wenn alles vollsteht, wissen wir ja nicht mehr, wo wir alles andere hinstellen sollen. ;-) Und ständig abräumen und wieder hinstellen .... dafür fehlt einfach die Zeit. Oder man bräuchte Kommoden, Tischchen ... und die wenigen, die wir haben sind auch mit anderen Dingen besetzt bzw. da würde es nicht passen. Am Fußboden auch nicht, das würde garantiert einer umrennen Tja und Fensterbänke hat dieses Haus leider gar nicht, was ich sehr bedauere. Mein Mann hatte mir zwar noch 2 Fensterbänke ein wenig verbreitert mit Holzplatten, doch die sind auch keine Dekoflächen, was mit den Rollos zu tun hat, die so laufen müssen, daß sie dann doch auf der verlängerten Fensterbank aufkommen. Also alles nicht so ideal ...
Mein Traumhaus sieht anders aus.

Jetzt warte ich, bis mein Mann mir das versprochene Regal fürs Wohnzimmer baut, das hätte dann oben auch eine Ablagefläche .... aber das steht schon seit Monaten auf dem Plan und ich fürchte, das wird auch bis Weihnachten nicht mehr fertig. ..... Du kennst Ähnliches ja auch ...

Von den Teilen, die Du zeigst würden mir vor allem die Karaffen mit Schleuderstern gefallen, ganz links vielleicht noch die Mini-Väschen - na und die türkisen Kugeln. Alles ist ja nicht so genau zu erkennen, wie die gezackte Schale vorn im Bild. Eine solche hatte ich auch schon mal, das war aber kein Vergleich zu den neuen Schalen. Das war älteres Bleikristall, welches sehr dick war, beinahe schon ein wenig milchig - wunderschön! Und dieser Glanz! Habe ich damals aber verkauft, sonst hätte ich es noch zeigen können.

Jetzt hast Du mir jedenfalls wieder den Mund wässerig gemacht und ich werde Ausschau nach Bleikristall halten, fürchte aber, ich finde nur noch das modernere, denn in letzter Zeit sind diese Läden nicht mehr so gut bestückt, was ältere Antiquitäten betrifft. Ich kenne noch Zeiten, da konnte man dort wahre Schätze finden. ;-) Manchmal hat man bei neu aufgemachten Läden dieser Art und noch unwissendem Personal Glück ... lange hält das meist nicht an .... Oxfam ist noch ein kleiner Geheimtipp, aber auch schon teuer - aber die Sachen haben ja nun mal ihren Wert. Und seit es im TV diese Sendung 'Bares für Rares' gibt, kennen sich eben immer mehr mit dem Wert von alten Sachen aus.

Liebe Grüße
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Generell mache ich es so, dass ich den Blog und den Post verlinke - klick mal auf 'dieses herbstliche Tablett …'

Eigentlich finde ich Bleikristall nicht so toll, wollte es zu Weihnachten und im Winter dekorieren und danach weiterverschenken oder spenden - also ausnahmsweise es Dir mal fast nachmachen. Aber als ich mich nun mehr mit den Stücken beschäftigt hatte - verpacken, auspacken und im Schiffskeller kurz fotografieren, war es um mich geschehen. Vorher hatte ich manche Stücke lieber nicht so genau angeschaut, da ich schon genug Material in Sammlungen verwalte …

Wir können ja mal Überlegen, ob das als Leihgabe nicht doch eine gute Idee ist. Zu Studienzeiten hatten wir auch mal einen Teil unserer Möbel verliehen, da wir sie zeitweilig nicht mehr brauchten, aber doch behalten wollten. Selbst so ein 'blödes' Ikearegal aus weiß beschichteter Spanplatte mit Metallgestell hatte wir verliehen, und sind froh, dass es jetzt bei uns im Keller als nettes Vorratsregal steht. Ebenso hatten wir mal unsere Liege, die jetzt im Treppenhaus steht, an unseren Freund verliehen, da wir zeitweilig keinen Platz dafür hatten, und er zu der Zeit kaum Möbel bzw. Budget für Möbel hatte. Auch den unteren Teil in diesem Haus - als es noch im Renovierungszustand war, hatten wir zeitweilig verliehen, weil wir es nur selten nutzten. Und einen Freundin von mir aus München nach Hannover zurückzog, während ihr Freund noch einige Monate in München arbeiten musste und für 2 Wohnungen das Geld nicht reichte. Später hatten wir dann unserern Teil des renovierten Hauses & den Garten im Sommer 2001 für ihre Hochzeitsparty verliehen. Und als unsere renovierte Stadtwohnung dann ab März 2003 plötzlich nur dumm rumstand, konnte sie ein Freund, gut als Zwischenlösung brauchen, da sich seine Frau von ihm getrennt hatte, und er dank der günstigen Lage für den Übergang in der Nähe der Kinder bleiben konnte.
Es gibt vieles, was man selbst nicht unbedingt braucht - oder eben nur kurzzeitig. So, wie unsere Haus-Mitbewohnerin von mir früher immer einen Advents-'Kranz' als Leihgabe bekam, und ich die Materialien nach der Nutzung zurückerhielt.
Leider hatte ich bei anderen Freunden, aber auch mal das Problem, dass sie die verliehenen Dinge nicht wertschätzten. Da ging einiges zu Bruch bzw. kam beschmutzt oder teilweise erst nach Anfrage zurück. Danach musste ich feststellen, dass ich zwar gern Dinge verleihe, aber das es mit dem Verleihen manchmal doch gar nicht so einfach ist.
Ansonsten hatte ich früher einmal die Idee einen Deko-Verleihservice aufzumachen. Aber das geht wohl wirklich nur im kleinen feinen Rahmen und nur mit ganz bestimmten Leuten, die ähnlich ticken ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara - Teil 2
Bei uns sind es ja gerade der Bärenkoffer, die Fläche vorm Fernseher, das Gartenfenster mit dem davor gestellten langen Lack-Regal und das Katzenfenster, die uns reichlich Dekoflächen bieten. Denn wir haben die schmalen Marmorfensterbänke überbaut und dadurch eine angenehme 'Katzentiefe' erhalten - obwohl wir damals noch keine Katzen hatten.
Der ehemalige Küchentisch, an dem wir früher gern und oft mit Freunden tafelten, ist jetzt mein Arbeitsplatz. Und gegessen wird jetzt halt ganz gemütlich mit Tabletts auf dem Bett mit Garten- bzw. Fernsehblick. Eine andere Art von TV-Dinner;-) Bitte jetzt keine gesundheitlichen Belehrungen … Doch wenn das Wetter schön ist, und der Garten aufgeräumt, dann essen wir auch gern vom Treppenhaus im Garten.
Das war alles mal als Ferienhaus bzw. Haus zum Feiern ganz anders geplant. Doch als wir hier eigentlich nur ganz kurz zum 'Sanierungswohnen' im September 2001 einzogen, kam alles ganz anders: Die Katzen waren zu dem Zeitpunkt noch nicht eingeplant - sie sollten erst nach der Sanierung unserer Stadtwohnung unser Leben bereichern. Doch die Sanierung dauerte dann wegen einiger Tücken fast ein Jahr, und so zogen wir erst im November 2002 in die fertige Stadtwohnung zurück. Da langweilten sich dann jedoch die beiden Katzenkinder, und Wolfgang stand abends nach einem anstrengenden Arbeitstag teilweise vor der falschen Haustür. Als dann noch Maus Ende März 2003 bei einem Besuch hier im Garten verschwand: http://graue-katzen.blogspot.de/2003/03/vermisst.html Sind wir spontan im Haus geblieben und nie wieder in die Stadt zurückgezogen. Daher schrieb ich ja schon an anderer Stelle: wir leben hier, aber als Wohnen im klassischen Sinn kann man das nicht bezeichnen … Aber neben einigen nervigen Umständen leben wir hier halt auch immer etwas anders - wesentlich ungezwungener und fast wie im Urlaub. Nur eben nicht vorzeigbar und schon gar nicht repräsentativ ;-)

Sara Mary von Buelsdorf hat gesagt…

Ich bin auch blöd, das hatte ich doch schon gesehen!" ;-) Aber die Windlichter hielt ich für Pressglas, daher ging ich bei Bleikristall noch von anderen Gläsern bei Kerstin aus. ;-)
Nicht verkehrt, ein Gartenfenster - das hätte ich mir auch gewünscht, aber da ist keinerlei Platz oder Fensterbank, wo ich etwas hinstellen könnte. Doch das Regal habe ich ja noch in Aussicht. Wir brauchen hier an den Fenstern auch lange Vorhänge, da die Nachbarn sehr dicht auf wohnen und von der Straße im Winter alles noch immer sehr einsehbar ist. Wir können uns dabei nicht entspannen, wenn wir so auf dem Präsentierteller leben würden.
So ein Blumenfenster hätte ich mir schon gewünscht. Diese Haus hatte praktisch nur 10 cm Fensterbänke ;-) Also gar keine!

Euer Haus hat so den Charakter unseres Hauses in L, wie ich mir das vorstelle. Das war auch eher was zum "Draußen wohnen" - unsere Terrasse war das verlängerte Wohnzimmer. Hier geht das in der Form nicht und auch im Waldgarten hatten wir den Garten von der Terrasse aus so nicht nutzen können. Wäre der Terrassendurchbruch vom Wohnzimmer aus gewesen, hätte mir das besser gefallen. - Lieber mag ich Terrasse und Garten auch als verlängertes Wohnzimmer.

Doch ich kann es mir schon vorstellen, daß das Wohnen in Euerm Domizil so seine angenehmen Seiten hat. Ähnliches habe ich in einigen Häusern ja auch kennengelernt. Im jetzigen weniger ...

Sara Mary Waldgarten hat gesagt…

So jetzt bin ich noch einmal hierhergekommen und habe auch Deine andere Kommentarantwort gelesen.
Und mir gehts ja - entgegen meinen Zeilen vom Loslassen - auch mitunter inzwischen so, daß ich noch überlege, gewisse Teile dann doch noch - erst einmal jedenfalls - zu behalten. Denn sie sind schön und ich gehe dann doch gelegentlich mal wieder auf die Pirsch, um dann eben nach anderen schönen "alten" Dingen Ausschau zu halten. So könnte ich sie auch gleich behalten - solange ich noch etwas damit anfangen kann. Sogar mein Mann sagte kürzlich, warum ich dieses oder jenes weggeben wolle, es stünde eh schon manches herum, da komme es darauf auch nicht mehr an. Er meinte damit allerdings, daß er an diesen Sachen doch irgendwie hängt, sie zumindest schön findet! ;-) :-) Da hab' ich mich schon gewundert, weil er ja eigentlich eher zum Weggeben tendierte. Mit zunehmendem Alter verändert sich sicher noch manches ...
Und doch - Zuviel überfordert mich irgendwie. Ich bin ein Mensch, der es relativ reduziert und übersichtlich braucht. Nagut, von Reduziertheit bin ich schon noch entfernt, aber bei uns ist es auch nicht überfüllt, steht - entgegen obiger Aussage, nicht an allen Ecken etwas herum und wenn dann nur mal Einzelteile, keine "Welten".

Die Idee mit dem Leihen finde ich jedenfalls schon lange sehr gut! Ich möchte auch wirklich einmal wissen, wie viele Leute bei Fairkauf & Co. einkaufen und die Sachen später wieder hinbringen. Ich gehöre nämlich auch zu diesen Vertretern. Da könnte ich es gleich für eine Weile leihen. So könnte man immer etwas anderes Schönes ins Haus holen und auch andere kämen immer einmal in diesen Genuß. Aber wahrscheinlich funktioniert das nicht immer so gut. Es gab da mal einen Spielwaren-Verleih, der irgendwann wieder dichtmachte. Da erinnere ich mich dunkel, daß das nicht so geklappt hat. Aber gut, die Kunden waren mehr oder weniger Kinder bzw. deren Eltern ... so ähnlich, wie Du es am Ende schreibst ... denn Kinder sind auch nur die Kinder ihrer Eltern. ;-) Und damit habe ich leider auch keine so guten Erfahrungen gemacht, selbst unter Freunden. Manche sind zu schusselig und wissen gar nicht mehr, dass man etwas geliehen hat, bei anderen kommt es defekt zurück. Gerade Bücher, das fand ich immer so ärgerlich, daß ich irgendwann nicht mehr bereit war, Bücher zu verleihen.
Ich glaube auch, daß so etwas nur entweder bei Dingen wie Partyservice (wo es mehr oder weniger "egal" ist, funktioniert oder eben in dem kleinen feinen Rahmen, wie Du auch schreibst.

Unsere Kinder hatten auch immer mal Leih-Möbel von uns, wenn man so will, die dann irgendwann zu uns zurückfanden. Das ging zeitweilig hin und her, bis sie sich jetzt eigenes kaufen können nach ihrem Geschmack.

Sara Mary Waldgarten hat gesagt…

Und auch wenn ich das hier schon gelesen hatte, zweimal ist besser als einmal :-)
Es fallen einem bei längerem Text immer noch Dinge ins Auge bzw. Gedanken dazu ein.

Genauso wie ich jetzt noch einmal unsere viel älteren Häuser vor meinem geistigen Auge Revue passieren lasse, damals haben wir auch halb im Garten gelebt - in den Sommermonaten. Sogar einen Kachelofen hatten wir und zunächst keine Zentralheizung ... hat schon was, doch auf die Heizung möchte ich heute dennoch nicht mehr verzichten. Einfach nur andrehen und warm. :-)

Lieben Gruß nochmal
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Ja, wir haben ein Luxusleben ;-) Auch wenn das nicht unbedingt die scheinbar erstrebenswerten und 'weltbewegenden' Glamour-Geschichten der oberen Zehntausend sind ;-)

Mir ist in diesem Jahr wirklich bewusst geworden wie viel Luxus es ist einfach im Bett mit einem herrlichen Ausblick liegen bleiben zu können, wenn es mir tagelang schlecht geht. Ich nicht ständig einen gelben Schein vom Hausarzt brauchte, da ich ganz bequem von Zuhause aus arbeiten konnte, wenn es mir einigermaßen ging. Dass Wolfgang recht experimentierfreudig alles eßbare besorgen konnte, was mein Magen vielleicht vertragen konnte. Ich nicht repräsentativ leben muss, der Staubsauger im Schrank blieb, und ich einfach in bequemen Klamotten solange rumsumpfen konnte, bis ich zwischenzeitlich wieder fahrtauglich war. Dass meine Mutter trotz der für sie plötzlich schwierigeren Umstände ( bei ihr dauerte der ziemlich miese Zustand ca. 1 1/2 Wochen) noch alleine klarkam. Dass sowohl sie als auch wir Nachbarn haben, die bis auf die eine Grenze in solchen Zeiten einfach nachsichtig sind und nicht immer gleich auf ihrem guten Recht beharren. Und, was ich in der Zeit auch als Luxus empfand: Genug Klamotten zu haben und auch ausreichen Platz zum Zwischenlagern, um mich weder mit der Waschmaschine noch mit dem Geschirrspüler abzuquälen, wenn ich mich eigentlich ständig übergeben musste. Soetwas wie duschen jederzeit selbstverständlich ist. Und ebenso ist es schon toll, wenn Katzestreu & Futter per Mausklick ins Haus kommen. Gerade in solchen Momenten, wenn Wolfgang eigentlich kaum Zeit zum Einkaufen hat, da die Auftragslage kaum zu bewältigen wir, ist all' das wirklich hilfreich. Und genau genommen auch ein gar nicht so selbstverständlicher Luxus ...

Sara Mary Waldgarten hat gesagt…

Luxus würde ich auch so definieren! Für mich ist Luxus, wenn man eine gute Lebensqualität hat, die der Gesundheit förderlich ist, genug Zeit und Ruhe, denn das haben die sog. oberen Zehntausend meist nicht, trotz des vielen Geldes. ;-)

Das was Du hier beschreibst, kenne ich also nur zu gut! Mein Mann arbeitet teilweise zwar außer Haus, aber doch freiberuflich! Was i.d.R. an keine festen Zeiten gebunden ist. Wir kontnen das großteils sogar schon, als unsere Kiner noch Kinder waren, das ist wahrer Luxus! Andere konnten das nicht verstehen, die hatten das ganze Jahr über Stress pur, nur um 1 x im Jahr auf die Malediven oder anderswohin reisen zu können. ;-) Oder auch zweimal im Jahr .... eben das wollten wir nicht, denn das ganze Jahr über knechten, nur um kurze Zeit im Jahr mal relaxt zu sein, das ist doch grauenvoll! Wie lange macht der Körper das mit???
Mit den Nachbarn ist es hier sogar zum Glück auch so. Wir werden toleriert, obwohl wir "so anders" sind. :-) Darüber bin ich sehr dankbar! Denn wir sind diejenigen mit dem Laub - mal so als Beispiel .... sowas macht hier keiner!!!

Was das Einkaufen betrifft, hänge ich dennoch an der romantischen Vorstellung, wie man früher einkaufte, nämlich vor Ort, da gab es fast alles ... es förderte zudem die Kommunikation in der Siedlung, etwas, was heute weitgehend fehlt. Die Leute schauen sich nur dumm an und das ist alles ... manchmal kommt mir in den Sinn, ob die dann zuhause auch an der Nadel Internet hängen und mit anderen nett herumschreiben, während sie im Realen die Menschen nur seltsam mustern??? Und eben da hört für mich der Luxus wiederum auf, wenn menschliche Beziehungen darunter leiden und der Mensch verinselt.

Liebe Grüße auch hier
Sara