Montag, 11. November 2013

Aus dem Vollen schöpfen ...


Der Garten hat zur Zeit unheimlich viel zu bieten. 
Und nachdem ich mich durch die Wiese gekämpft hatte
ist es an der Zeit wieder den Gartentisch zu dekorieren
Im Sommer machte das keinen Sinn, da der Hopfen leider 
den Tisch vereinnahmt hatte. Aber auch das passte irgend-
wie zum Wildwuchsgarten. Doch nun wollte ich endlich 
mal wieder Gartentischdeko und Vogelfütterung sinnvoll 
miteinander verbinden. Und das ist heute an einem
herrlichen Herbsttag entstanden:

Oben auf der Etage thront ein kleiner grauer Vogel. 
Denn wenn die Vögel zur Zeit noch keinen Futterbedarf haben 
und dem Tisch fern bleiben, dann darf es ruhig etwas Vogeldeko 
sein. Und damit der kleine Kerl beim Rumhhocken nicht hungert, 
gibt es einen gefallenen Apfel von hier, Zapfen unserer Douglasie 
und ein paar Hagebutten. Für etwas Gemütlichkeit in der kalten 
Metallschale sorgt dann noch eine Polsterung aus Muschelzypresse. 

Dieser größere Vogel muss etwas versteckt sein. 
Denn er hat ein Rückenleiden. Irgendwann hatte ich 
die beiden Tierchen schon einmal im Garten stehen. 
Aber bei feuchter Witterung platzte etwas von der 
grauen Beschichtung ab. Es sind also wohl eigentlich 
nur Indoor-Vögel. Doch nun werden sie trotzdem 
den Naturgewalten ausgesetzt, und können dann 
zu Ostern hier hocken ...

Der untere Vogel bekommt natürlich auch etwas Futter serviert. 
Ob er die Saatenstände von der krautigen Waldrebe mag? Aber 
die Hagebutten von Rosa brunonii schmecken ihm ganz bestimmt!

Und da es nicht nur ein Dekotisch sein soll, 
ist die mittlere Schale der Zink-Etagere für 
die echten Vögel mit Wasser gefüllt.

Hier sind nun auch endlich die Birkenstämme im Einsatz, 
die ich extra für diesen Zweck aufgehoben hatte, als bei 
meiner Mutter im Frühjahr 2012 ihre Birke geköpft wurde. 
Die Zweige der Birke konnte ich damals noch problemlos 
mit meinem alten geliebten Auto aus Braunschweig holen 
und für die Osterdeko in Haus & Garten verwenden. Und 
auch die großen Stammstücke aus der Baumkrone fanden 
bei uns im Wäldchen bald darauf Verwendung. Nur diese 
Birkenäste warteten bis jetzt geduldig im Hochwald.

Und aus den Zweigen der Felsenbirne, die seit dem Köpfen 
im Spätherbst 2012 rechts neben dem Gartentisch stehen
wurde nun ein stabiles Steckgerüst. Denn wir brauchten 
das Zweigbündel nur aufzurichten und dann mit 'Wolfgangs 
Büro-Rosenkübel' zu fixieren. Eigentlich wollte ich dann 
gleich eine Lichterkette einziehen, aber an diesem sonnig 
warmen und windstillen Herbsttag war ich dazu überhaupt 
noch nicht in der Stimmung ...

Aber das Wetter lud dazu ein aus dem Vollen zu schöpfen: 
Das Efeu mit Beeren kam von unseren nördlichen Nachbarn 
herüber und überwucherte ohnehin schon das Garagentor 
unserer Haus-Mitbewohnerin. Der Ilex musste geschnitten 
werden, damit der Pflanzkübel überhaupt zwischen den 
beiden Stühlen platziert werden konnte. Die Hagebutten-
zweige der Rosa helenae waren ohnehin ein Ärgernis für 
unsere Nachbarn - auch wenn ihre Früchte kaum über den 
Zaun ragten.

Und diese Ligusterzweige, die perfekt als Rankgerüst 
für unsere Brombeerhecke am Ende des Gartens 
funktionieren, die wollen auch immer zum südlichen 
Nachbarn. Also müssen die Vögel die Beeren nun hier 
ernten. Denn an der Grenze musste der üppige Frucht-
behang leider verschwinden. Hinten rum - wenn man 
vom Steg aus den Tisch betrachtete, sah das Gebilde 
allerdings etwas schmal und ungleichgewichtig aus. 
Daher musste nun dieser alte Buchsbaum einige große 
Zweige als zusätzliches Füllmaterial hergeben.

Dieses alte Stück Totholz im Vordergrund stammt noch 
von der alten Drachenweide, die lange Zeit malerisch 
rechts neben dem Tisch stand. Leider ist sie vor einigen 
Jahren eingegangen. Aber für die Deko war sie trotzdem 
noch viele Jahre unverzichtbar. Und auch, als sie morsch
wurde und zusammengebrochen war, nutzen Katz, Maus 
und Eichhörnchen sie immer noch gern als Brücke.

Und so sieht es nun aus, wenn der Wildwuchsgarten 
'geplündert' wurde. Das helle Rosenblatt oben in den 
Zweigen stammt übrigens von Hedi Grimm. Einer der 
Hagebutten-Triebe war mir am Wiesenrand im Weg. 

Das Vogelhaus ist zwar schon sauber, doch die Futterschälchen 
hatte ich zum Zeitpunkt der Fotos noch nicht dazugestellt ...

Aber der Gartentisch bietet im Moment auch so genug Vielfalt!

Fotos: S.Schneider


Kommentare:

Frauke hat gesagt…

sehr malerisch deine vielen grünen Gartenideen,
die Äste der Felsenbirne sind sehr hart, die werde auch mal für die Lichterkette nehmen, danke für den Tipp
sitz ihr auch noch auf den Gartenmöbeln, wir stellen unsere im Winter unter ...
Grße Frauke

ps. schau immer gerne wieder bei, so ganz anders und so ein Fundus!

SchneiderHein hat gesagt…

@ Frauke
Die Zweige der Felsenbirne sind sogar so stabil, dass sie nun schon fast 1 Jahr getrocknet sind und sogar vor einigen Tagen das Herausreißen des Hopfens überstanden haben. Ich hoffe, dass sie dann auch noch bis Ostern halten und nach der Dekol durchgeshreddert werden. Manches hält bei uns ja fast ewig ;-)

Die Tischgruppe ist aus Robinienholz, hat aber in den Rückenlehnen leider konstruktive Fehler - da brechen kleine Teilstücke heraus. Die dazugehörige Bank vor der Mauer steht jetzt wohl seit 2000 oder 2001 ganzjährig im Garten. Lasiert habe ich sie auch nur in den Anfangsjahren, als wir dort noch unbeschwert im Sommer sitzen konnten. Aber nachdem ich dort auch Zecken entdeckte, wird sie nur noch vom Spätherbst bis zum frühen Frühjahr zum Sitzen genutzt. Nur unsere Katze traut sich dort dann trotzdem manchmal hin. Und so wurde die Bank ebenso zum Schaustück wie die Tischgruppe. Denn dort hatte ich im Sommer 2004 meine nackten Füße plötzlich in einem Zeckennest. Das wusste ich aber damals noch nicht. Naiv, wie wir dann im Folgejahr noch waren, glaubten wir, dass ein Holzrost unter dem Tisch uns in der Wiese schützen könnte. Aber die Zeckengefahr wurde dort immer größer. Und die Wiese pflastern, um dort sitzen zu können, wollten wir auch nicht. Außerdem haben wir auch hinten im Garten auf der Betonfläche noch eine Tischgruppe. So wurde dieser Bereich plötzlich zur Dekofläche & Futtertisch. Doch dafür haben wir vom Bett aus den Blick auf diesen Tisch :-) Ein herrlicher Luxus.
Würde ich die Tischgruppe häufiger vom Moos befreien und lasieren, würde sie bestimmt noch besser aussehen. Aber auch so unbehandelt werden wir wohl noch einige Jahre daran unsere Freude haben ...
Inzwischen haben wir zusätzlich handliche Faltsessel, mit denen wir im Schattengarten problemlos den Sonnenflecken hinterher wandern können. Die stehen dann aber abends wieder in der Garage. Und für die milden Wintertage gibt es dazu passende Decken für Mensch & Katz': http://graue-katzen.blogspot.de/2013/07/anstrengendes-wetter.html

HERZ-UND-LEBEN 2 hat gesagt…

Eine gute und dekorative Idee - die Etagere. Ich hatte vor kurzem auch eine solche gesehen. Vielleicht sollte ich etwas Ähliches machen ... aber nein, ich habe mir vorgenommen, nicht mehr zu viel Neues anzuschaffen, denn wer weiß, ob wir hier überhaupt bleiben ...

Ich spaziere jedenfalls immer gern in Deinen Garten ... erinnert mich ja nun auch immer an unseren Waldgarten ...

Liebe Grüße auch hier
Sara

HERZ-UND-LEBEN 2 hat gesagt…

Wir lassen unsere Gartenmöbel übrigens den Winter über auch draußen ... der Aufwand, alles immer irgendwo im Haus zu verstauen, ist uns zu groß. Vor allem nehmen sie einiges an Platz ein und so kann man selbst im Winter bei sonnigen Tagen sich einmal darauf niederlassen ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Ich hoffe für Dich, dass Du Dich mit den Umständen arrangieren kannst. Oder, dass doch bald eine Entscheidung fällt, und Ihr Euch demnächst etwas anderes sucht. So ein Schwebezustand behindert ganz schön ...
Ich kenne es ja von mir selbst: Sei es er Steg, der unter uns bald zusammenbricht und die Dächer bzw. feuchte Stellen im Keller sowie in Bodennähe. Da gibt es nach 13 Jahren schon wieder reichlich Sanierungsbedarf. Aber solange wir uns nicht sicher sind, ob wir es uns auf Dauer noch leisten können/wollen hier ständig privat zu sanieren, um weiterhin einigermaßen wohnen zu können, schieben wir diese Sanierungsvorhaben immer vor uns her :-( Denn bei einem eventuellen Verkauf von Haus & Grund hätte nur mein Testamentsvollstrecker einen Nutzen.: Denn er würde den Verkaufserlös des Hauses verwalten und sich dann höhere Gebühren für die Verwaltung einstreichen ...
Wenn es nur um das Haus ginge, dann wären wir hier schon weg, und ich hätte das Haus vorzeitig (wie Testamentarisch festgelegt) an die Krebshilfe weitervererbt. Aber der Garten! Wo bekommt man noch so alten Baumbestand so nah an der Innenstadt. Daher schlagen immer 2 Herzen in meiner Brust.

Bis auf die mobilen Faltsessel bleiben die anderen Möbel auch ganzjährig draußen. Ganz oft sitze ich mit Maus hinten auf der Betonfläche auf der Liege. Und die Tische und Stühle dort, die brauchten wir ja sogar bei Schnee & Eis für ein Bären-Shooting für dieses Jahr zu Weihnachten ;-) Nur sollte ich die Metallteile wohl mal wieder leicht anschleifen und mit Hammerite behandeln. Gut, dass die Stühle aus Alu sind!